| Geschrieben von: Administrator |
| Mittwoch, 29. April 2009 um 07:36 Uhr |
Die Medien und der Butzweilerhof — Renaissance eines Ex-Flughafens1911 bekam Köln seinen ersten zivilen Flughafen: Butzweilerhof. Er erhielt seinen Namen, weil er auf dem Standort eines Bauernhofs mit gleichem Namen erbaut wurde. Bereits ein Jahr später war es jedoch erst einmal vorbei mit der zivilen Nutzung; des Kaisers Flieger verdrängten die zivilen Nutzer und übernahmen das Kommando. Vielleicht bekanntester Pilot der damaligen Zeit, der Teile seiner Flugausbildung in Butzweilerhof absolvierte, war Manfred von Richthofen, noch besser bekannt als der Rote Baron. Ab 1926 kam die zivile Luftfahrt zurück und Butzweilerhof wurde ein für die damalige Zeit moderner Verkehrsflughafen. Mag dieser Flughafen auch längst Geschichte sein, in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts besaß er als Luftkreuz des Westens große Bedeutung; als noch bedeutenderer Knotenpunkt für den Luftverkehr in Deutschland galt damals nur der Flughafen Berlin-Tempelhof, der mittlerweile ebenfalls Geschichte geworden ist.
Flugtag der Nationen, Bizarre Festival und der Papst Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Flughafen Butzweilerhof rapide an Bedeutung, obgleich er 1956 mit dem Flugtag der Nationen, zu dem etwa 200.000 Besucher kamen, noch einmal punkten konnte. Seit 1957 existiert der Flughafen Köln-Bonn, über den heute der Flugverkehr in Richtung Köln und von Köln aus abgewickelt wird. Der Bau des neuen Flughafens bedeutete einen weiteren Schritt in die Bedeutungslosigkeit für den Flughafen Butzweilerhof. Dennoch war er dem damaligen Papst, Johannes Paul II, 1980 für einen Gottesdienst gut genug, der Butzweilerhof noch einmal Gelegenheit gab, viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das endgültige AUS für den Flughafen, das 1995 kam, konnte aber auch der Besuch des Papstes nicht verhindern. Allmählich wurde es höchste Zeit, an neue Nutzungsmöglichkeiten für den Flughafen zu denken. Erst einmal kamen Punks, Rapper und Rocker. 1987 entwickelte sich in Berlin ein noch relativ kleines Festival, das den Namen Bizarr trug. Nach einer Odyssee durch Deutschland, bei der das Festival in verschiedenen Städten Deutschlands stattfand, landete es 1996 auf dem Ex-Flughafen Butzweilerhof und blieb dort für vier Jahre: Gruppen wie die Toten Hosen, Rammstein, Fettes Brot, Red Hot Chili Peppers und Green Day erklommen in jener Zeit die Bühne. Daneben gab es einzelne Konzerte am Butzweilerhof, etwa das von U2 im Jahr 1997 mit ca. 60.000 Besuchern.
Die Medien entern das Terrain Einerseits ist Butzweilerhof heute ein Industriegebiet, dessen Aufbau bereits in den 60er Jahren begann, andererseits der vielleicht bedeutendste Medienstandort in Köln. 1999 eröffnete die Fernseh- und Filmproduktionsgesellschaft Magic Media Company (MMC) am Standort Butzweilerhof ihren neuen Produktionsstandort: das Coloneum. Hier wurden etwa Innenaufnahmen für den Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gedreht, hier wird Jahr für Jahr der Comedypreis verliehen und bisweilen sucht Deutschland auch hier den Superstar. In der Nähe des Coloneums haben sich Sender wie VOX und Super RTL angesiedelt und auch die Fernsehproduzenten von Endemol sind inzwischen am Butzerweilerhof, der noch zum Kölner Stadtteil Ossendorf gehört, Zuhause. Butzweilerhof hat die Vergangenheit abgeschüttelt und könnte demnächst ein eigener Stadtteil von Köln werden; der Rote Baron startet hier allerdings höchstens noch vor laufenden Kameras, das dann jedoch sehr kunstvoll.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. Juni 2009 um 08:37 Uhr |
