| Geschrieben von: Hannah Schlein |
| Sonntag, 05. Juli 2009 um 15:42 Uhr |
Grüne Welle
Als im Jahr 2000 die ersten Anarchisten und Umweltaktivisten in London als Protestaktion anfingen, die Strasse zurück zu erobern und mit Spaten und Samen bewaffnet am Parliament Square anfingen, wild zu Pflanzen, kam eine Welle über die westliche Welt, die fortan den zivilen Ungehorsam revolutionierte. Bewaffnet mit Seedbombs (ein Gemisch aus Erde, Ton und Samen) werden Verkehrsinseln beworfen oder verödete Stadtteile zu neuem Leben erweckt. Eine eigenwillige Art des Taggens kommt in Form von Buttermilch und Moos daher, mit dem die Guerilleros Botschaften an Hauswänden wachsen lassen. In Ehrenfeld kann man die Taten der neuen Hippiegeneration an kleinen, in verwilderten Grünflächen angelegten, Beeten und Blumenstöcken bewundern, die - mit netten Schildern versehen - fast schon Kleingarten-Atmosphäre vermitteln. Aber nicht nur der Gedanke an Stadtverschönerung, sondern auch politische Aussagen haben hierbei einen hohen Stellenwert. Auf Golfplätzen gesäte Dornbüsche etwa oder Blumen in Anordnung von Friedenssymbolen sollen auf unterschiedliche Weise alte Probleme neu anprangern. An Bäume ketten ist out, heute wird gegen die Monokulturen der Spießbürgerlichkeit gepflanzt. Parallel dazu entstand die ideologische Form, bei der es um den Wunsch urbaner Selbstversorgung geht. Der Guerilla-Gärtner soll die Stadt als lebenswerte Umwelt erfahrbar machen und von den Bewohnern „mit den eigenen Händen“ in Besitz genommen werden. Etwa Reisanbau auf Häuserdächern, wilde Biotope in Hinterhöfen oder Gemeinschaftsgärten auf Brachflächen. Mitmachen kann jeder, nur Vorsicht – nicht erwischen lassen!
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 05. Juli 2009 um 15:54 Uhr |
