| Geschrieben von: Josefa Eichenseher |
| Dienstag, 17. März 2009 um 05:37 Uhr |
Wie Kölner dopen… Gut ist, wenn man für einen Wettkampf trainiert ist, Ausdauer mitbringt und eventuell den Schiedsrichter bestochen hat [Letzteres — um unser Image nicht zu versauen — ist natürlich nicht wirklich gut, kann aber dennoch entscheidend dazu beitragen, einen Wettkampf zu gewinnen, wenn… die Gegner nicht mehr zahlen ;-)]; noch besser ist, wenn man den beteiligten Sportarzt auf seiner Seite hat. Wie etwa damals… im Jahr 1952… 1952 traten zwei Ruder-Achter gegeneinander an, wobei es um die Teilnahme an den Olympischen Spielen ging; der eine Achter stammte vom Team RuGem Flörsheim-Rüsselsheim, der andere — sonst hätten wir diese kleine Anekdote auch nicht im Colognereport aufgenommen (wir sind ja kein Rüsselsheim-Report) — vom RV Köln 1877. Beide Mannschaften wurden vom Olympiaarzt Dr. Martin Brustmann betreut und… gedopt. Das war damals alles noch irgendwie so gar nicht richtig illegal. Zwar lagen die Zeiten schon etwas zurück, in denen etwa die meisten Radsportler (die waren in Sachen medizinischer Betreuung schon immer ganz gut) ganz offiziell so leckere Sachen wie beispielsweise Arsen, Strychnin, Kokain und Heroin aus ihren Pullen am Rad tranken. Dennoch… auch in den 50ern gehörte Doping irgendwie dazu, wenn es um Sport ging… also quasi wie heute auch, nur dass es damals eben auch offiziell funktionierte. Beim Wettbewerb der Ruder-Achter war es Pervitin, das für beide Seiten zum Einsatz kommen sollte. Pervitin gehört zu den Anregungsmitteln, den so genannten Weckaminen. Wir kennen nicht genau die Motivation jenes Doktors mit Namen Brustmann, vielleicht wollte er seinem Portemonnaie etwas Gutes tun, es war jedenfalls wohl so, dass nur die eine Mannschaft Pervitin bekam, die andere… NICHT. Herr Brustmann hatte rote und grüne Pillen im Gepäck; die roten mit dem Pervitin gab er den Kölnern, die grünen bekam das Team von RuGem Flörsheim-Rüsselsheim. Und dort, in diesen grünen Pillen, dort war unter Umständen (so heißt es…) ein Schlafmittel drin. Brustmann wurde angeklagt, widersprach der von den Klägern dargestellten Version und behauptete vielmehr, er habe den Rüsselsheimern eine Selbstbaudroge verabreicht, die Testoviron enthält, was bis heute gerne einmal von Bodybuildern benutzt wird. Wir wissen auch nicht genau, was für ein Zeug Doktor Bruckmann da nun wirklich in seinen grünen Pillen hatte, jedenfalls wurde er verurteilt. Das allerdings änderte nichts am Sieg der Kölner im Kampf der Ruder-Achter; der Sieg blieb gültig! Aus Kölner Sicht: gut so! Erst in den 60ern begann das IOC (International Olympic Committee) dann ernsthafter darüber nachzudenken, dass Olympische Spiele vielleicht doch keine Ärztewettkämpfe sein sollen und dass Doping vielleicht doch etwas zu schädlich für Sportler sein könnte und irgendwie auch so gar nicht im Sinne des Sports ist. Auch… gut so! Doping war fortan geächtet und kein einziger Athlet auf dieser Welt hat je wieder gedopt. So hören Märchen auf! |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, 27. April 2009 um 20:38 Uhr |