| Geschrieben von: Josefa Eichenseher |
| Mittwoch, 29. April 2009 um 07:26 Uhr |
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Wo die Großen (und die weniger Großen) spielen Manch ein Kölner trauert ihr bis heute nach, der Kölner Sporthalle, die für viele Jahre DIE Konzerthalle in Köln gewesen ist. In der Sporthalle traten einige der ganz Großen aus dem Musikbusiness auf: Tina Turner sang hier, Queen kamen auf die Bühne, Depeche Mode und die Rolling Stones. Manch ein Pubertierender mit kleinem Zwei-Reiher-Nietenarmband erlebte hier sein erstes AC/DC-Konzert, trank Bier, fühlte sich ganz groß, dann wiederum ein wenig genervt, weil sich auch in der Herrentoilette Schlangen bildeten, die bei drängenden Bedürfnissen doch etwas hinderlich waren.
Richtig schön war die Kölner Sporthalle eher nicht, irgendwie lag sie auch ein bisschen versteckt im Köln-Deutzer Messegelände. Aber es ist nicht das Äußere, das entscheidet, sondern all die Erinnerungen, die viele Kölner mit ihr verbanden und verbinden. Hier fand auch das Kölner Sechstagerennen statt, das zeitweise Kultstatus hatte, hier gab’s einmal pro Jahr zur Karnevalszeit die Lachende Sporthalle als legendäre Karnevalsveranstaltung, die inzwischen von der lachenden Kölnarena abgelöst wurde. Die Kölner Bands BAP und Bläck Fööss haben sie besungen, die Sporthalle, die irgendwann dem Wunsch nach modernen Konzerterlebnissen nicht mehr genügte: Klasse war sie dennoch. Seit 1999 ist sie allerdings Geschichte; sie wurde abgerissen und durch die Kölnarena ersetzt, die heute Lanxess-Arena heißt. Und damit wollen wir die kleine Rückschau auch beenden; widmen wir uns den Konzerthallen heutiger Zeit.
Lanxess-Arena Als die Lanxess Arena 1998 fertig gestellt wurde, hieß sie noch Kölnarena. Dann kam das Chemie-Unternehmen Lanxess, beteiligte sich finanziell an der Sache und die Multifunktionshalle erhielt ihren neuen Namen. Die Lanxess Arena ist die mit Abstand größte Halle Kölns. Sie liegt im Kölner Stadtteil Deutz, im Rechtsrheinischen und nicht allzu weit vom Rhein entfernt. Wer auf richtig viele Zuschauer bei seinem Konzert setzt, wählt sie für sein Konzert in Köln. Hier treten beispielsweise Lionel Ritchie, Robin Gibb oder Metallica auf, ebenso Comedians wie Michael Mittermeier oder Mario Barth. Daneben dient die Arena den Handballern vom VFL Gummersbach und dem Kölner Eishockeyclub (KEC; Kölner Haie) als Spielstätte. Die Lanxess Arena bietet bis zu 20.000 Leuten Platz; bei Eishockespielen sind es 18.500 Menschen, die in die Halle strömen können.
Live Music Hall, E-Werk und Prime Club Wenn die Popularität einer Band oder eines Interpreten noch nicht so ganz oder irgendwie nicht mehr ausreicht, um die ganz großen Hallen zu füllen, aber dennoch groß genug ist, um mittelgroße Hallen nicht allzu leer aussehen zu lassen, dann kommen sie zum Zuge: Die Live Music Hall in Köln-Ehrenfeld oder eine der beiden benachbarten Hallen E-Werk und Palladium in Köln Mülheim. Während sich die Lanxess Arena an herausgehobener Stelle in Köln präsentiert und weithin sichtbar ist, liegen die drei kleineren Hallen etwas weiter abseits, aber dennoch gut erreichbar. Die Live-Music Hall bietet Platz für etwa 2.000 bis 2.500 Menschen (die dann noch atmen können!), das Palladium hat Raum für 4.000 und das E-Werk für etwa 10.000 Leute. Papa Roach- oder Potheadfans könnten ihre Lieblinge beispielsweise in der Live Music Hall sehen, Silbermond und Lynyrd Skynyrd ziehen eventuell ins Palladium und Hubert van Goisern verschlägt ins E-Werk. Und alle haben Spaß. Wie fein!
Rheinenergie-Stadion Open Air in Köln findet, wenn es um die großen Bands und Interpreten geht, im RheinEnergieStadion in Köln Müngersdorf statt. Auch dieses Stadion, Heimstätte des 1. FC Köln, hat bereits eine Umtaufung hinter sich. Ursprünglich hieß es schlicht und einfach Müngersdorfer Stadion. Da sich mit diesem Namen aber kein Geld verdienen ließ, wohl aber mit dem Namen RheinEnergieStadion, heißt das RheinEnergieStadion heute RheinEnergieStadion. Alles klar? Oder was? Auch hier gab es schon große Konzerte: Die Stones waren mehrfach da, Pink Floyd gab sich die Ehre, ebenso die Toten Hosen, die Simple Minds, AC/DC, Dire Straits, Bryan Adams und viele, viele weitere Stars. Seit der Umbenennung waren beispielsweise (schon wieder) die Rolling Stones da (auf der 374. Abschiedstournee), die Ärzte und Herbert Grönemeier. Ein Tipp: Wer keine Karten mehr bekommt oder wem die Karten schlichtweg zu teuer sind, der sucht sich einen kostenlosen Platz auf der Jahnwiese vor dem Stadion. Dann bekommt er seine Idole zwar nicht zu sehen, wohl aber zu hören, und die Stimmung ist mitunter mindestens ebenso gut wie im Stadion selbst.
Das Luxor Hier all die kleineren Clubs vorzustellen, in denen in Köln auch noch Konzerte stattfinden, das wäre für dieses Mal wohl zuviel. Wir heben uns das auf! Einen Club möchten wir dennoch bereits an dieser Stelle erwähnen: das Luxor an Kölns Luxemburgerstraße (passt irgendwie!). Das Luxor war legendär, dann nicht mehr das Luxor, weil es plötzlich Prime Club hieß und auch ganz nett war, und es ist seit Oktober 2008 wieder das Luxor. Auch so kann’s gehen! Wer Konzerte mit Clubatmosphäre mag, bei denen die Bands einem mitunter ziemlich nahe sind, der ist in dieser 500-Leute-Location bestens aufgehoben. Konzerte mit „Pop, Rock, Indie, Electro und gute schwarze Musik“ verspricht der Club, dessen guter Ruf als Location für gute Konzerte weit über Kölns Grenzen hinausreicht.
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